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Internationaler Filzkunstwanderweg Tisens/Südtirol/Italien

Mit meinem Kunstwerk: „ Einheit der Natur“ habe ich in Tisens den 1. Preis gewonnen

Die Teilnehmer kamen aus Deutschland, Italien, Österreich, Schweiz, Niederlande, Südafrika, Taiwan und USA

Werdegang:

Im Sommer 2010 las ich, dass der Filzkunstwanderweg in Tisens mit neuen Kunstwerken bestückt werden soll. Der Tourismusverein Tisens-Prissian rief zu einem Wettbewerb mit dem Thema: „Die Welt der Natur bezogen auf das bestehende Landschaftsbild – Garten Eden“ auf. Bis Oktober 2010 sollten u.a. Skizzen eines Projektes eingereicht werden.
Da die Kunstwerke in der Natur aufgestellt werden und dort möglichst lange erhalten bleiben sollten, gab es einiges zu bedenken.
Für mich stand fest, dass ich ausschließlich Wolle benutze, damit kein anderes Material im Wald verbleiben muß. Und da ich für meine bildhafte Darstellung viele Farbnuocen brauchen würde, wollte ich meine Wolle selber färben.
Mit dieser Skizze habe ich mich beworben:


 Im November wurde mir gesagt, dass ich die Wolle für mein Projekt zu geschickt bekomme!
Mit ca. 5kg Wolle konnte es im Januar dann endlich losgehen. Wie ich durch Filzprobe herausbekam, ist der Schrumpffaktor von Bergschafwolle etwas größer als von Merinowolle, daher mußte ich die Fläche größer auslegen.

 

 

 

 

   

   

 

Die dreidimensionalen Köpfe wurden separat vorbereitet und dann an ihrem Platz angefilzt.

 

Für die Augenhöhlen habe ich Murmeln in entsprechender Größe als Platzhalter genommen. Die Murmeln wurden zu einem späterem Zeitpunkt gegen gefilzte Augen ersetzt.

 

Der Kopf des Steinadlers hat aufgefilzte Augen.

 

 
  

 

  


Hier ist alles im Rohzustand, die dreidimensionalen Teile sind angefilzt. Jetzt wurde die gesamte Fläche mit Seifenlauge genäßt und von Hand (und Fuß :-)) angefilzt. Auf diese Fläche habe ich fast 40 Liter Lauge gegossen!
 

   

 

Nach dem Anfilzen kam die eigentliche Herausforderung: Das Walken! Das Rollen dieser großen Fläche mit den Köpfen und dieser Wassermenge war schon eine schwere körperliche Arbeit!

 

Viele Stunden später:  Zum Glück filzt Bergschafwolle sehr gerne und schnell!


Meine „Einheit der Natur“ konnte nach dem Trocknen an einem Baum in der Nachbarschaft zur Probe gehangen werden.
Der Baummantel wurde verpackt und nach Südtirol verschickt. Meine Überraschung und meine Freude waren riesengroß, als ich über  meinen 1. Platz informiert wurde!

Am 16. April 2011 bin ich zur Preisverleihung vor Ort gewesen.

  



Und hier ist sie jetzt, meine "Einheit der Natur":

 



„Einheit der Natur“
Die Welt der Natur bezogen auf das bestehende Landschaftsbild wird stellvertretend durch Tiere der Luft, der Berge, des Waldes und des Wassers  in direkter Verbindung mit einem Baum wiedergegeben. Ich habe mir fünf mitteleuropäische Tiere dafür ausgesucht.  Der Steinadler, der Steinbock, das Murmeltier, der Fuchs und die Forelle treten dreidimensional aus der Filzlandschaft hinaus  und laden zum Betrachten und Anfassen ein. Durch die Ummantelung des Baumes verwandelt er sich zu einer  Einheit von Flora und Fauna!
Angewandt werden verschiedene Techniken: 
Schnurfilzen für das Befestigungsseil, Flächenfilz für den Hintergrund  und Vollkörperfilz in der Aufbautechnik für die Fische und die Tierköpfe, die im Flächenfilz integriert sind. Alles wird am Stück ohne Naht gefilzt! Der rechte und linke Rand erhält Löcher, mit deren Hilfe der Baumbehang an einem geeigneten Stamm mit einem Filzseil befestigt wird. Die Schnürung kann dabei der eines Wanderschuhes ähneln.

 

Weitere Bilder finden Sie hier:
 

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